22 Jump Street


Zum zweiten Mal müssen Channing Tatum und Jonah Hill als ungleiche Undercover-Cops einen Drogenring aufspüren – diesmal ermitteln sie am College. Das Ergebnis ist eine innovationsarme Slapstick-Comedy

Welch unerwarteter Erfolg: Mit der lose auf der gleichnamigen Achtzigerjahre-Serie basierenden Action-Comedy „21 Jump Street“ hat das Regie-Duo Phil Lord und Chris Miller („Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“) 2012 eine ungemein flotte und spaßige Cop-Klamotte abgeliefert, in der sich Channing Tatum und Jonah Hill als kongeniales Gespann erwiesen. Wenn man aus 42 Millionen allein im Kino über 200 macht, muss natürlich schnell eine Fortsetzung her – die sogar noch erfolgreicher war und ihr 65-Mio.-Budget verfünffacht hat. „23 Jump Street“ marsch!

Bei all dem Hype muss man aber auch sagen, dass der zweite Teil in puncto Albernheit und Slapstick-Einlagen noch mal eine Schippe draufgelegt hat, was unter Umständen nicht jedermanns Sache ist. Inhaltlich ist „22 Jump Street“ eine 1:1-Kopie des ersten Teils – eine Tatsache, die sich als selbstironischer Running Gag durch den Film zieht, der beim zehnten Mal allerdings auch nicht mehr wirklich witzig ist. Nachdem die Chaos-Cops Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) im ersten Teil „erfolgreich“ einen Drogenring an der Highschool ausgehoben haben, schickt sie ihr Captain Dickson (Ice Cube) diesmal ans College. Dort kursiert eine gefährliche neue Designerdroge, und die beiden Bros sollen herausfinden, wer sie unters Volk bringt. Dazu müssen natürlich – im Sinne der perfekten Tarnung – erst mal diverse Sauforgien und andere Exzesse zelebriert werden. Wie schon im ersten Teil kommt es aber zu Spannungen zwischen den beiden, als sich Jenko mit einem beliebten Football-Crack anfreundet und Schmidt mit einer süßen College-Braut anbändelt. Eher zufällig kommen sie den Ganoven schließlich auf die Spur.

Leider verkommt die (Achtung, Trend-Wort) „Bromance“ in ihrer zweiten Hälfte immer mehr zur actionorientierten Krawallcomedy, die viel zu wirr inszeniert ist und einzig und allein von der nach wie vor blendenden Chemie zwischen Tatum und Hill zusammengehalten wird. Der offensive Umgang damit, dass der Film einfach nur schamlos sich selbst kopiert, ändert letztlich nichts an der ermüdenden Tatsache … dass der Film einfach nur schamlos sich selbst kopiert. Etwas mehr Innovation darf doch wirklich nicht zu viel verlangt sein.

OT: 22 Jump Street, USA 2014 R: Phil Lord, Chris Miller D: Jonah Hill, Channing Tatum, Peter Stormare, Ice Cube, Amber Stevens FSK: 12 Jahre L: 107 Minuten Anbieter: Sony

Ab 4. Dezember 2014 auf DVD und Blu-ray

3

Fazit

Uninspirierte Selbstkopie, die das Erfolgsrezept des Vorgängers bis zum letzten Tropfen auspresst. Manchmal dennoch zum Schießen komisch

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