A World Beyond (Kino)


Es gibt nicht mehr viele Blockbuster, die ohne Comic-Superhelden auskommen und weder Remake, Sequel noch Prequel sind. Disney nimmt sich stattdessen den hauseigenen Themenpark „Tomorrowland“ zum Vorbild für seinen trotz High-Tech-Spielereien recht altmodischen Familienfilm. Zuletzt gelang mit diesem Konzept Johnny Depp ein Welterfolg, dessen „Fluch der Karibik“-Reihe ebenfalls auf einer Freizeitpark-Attraktion basiert

Der aufgeweckte Teenie Frank Walker ist ein enthusiastischer Erfinder, der auf der Weltausstellung 1964 begeistert seinen Raketenrucksack vorstellt. Doch sein Konzept ist noch nicht ausgereift und er wird von David Nix (Hugh Laurie, der später als der Bösewicht wiederkehrt) abgewiesen. Immerhin hat Frank die Aufmerksamkeit der mysteriösen Athena geweckt, die ihm heimlich einen Pin zusteckt. Die Anstecknadel erweist sich als Eintrittskarte zu einer fantastischen Parallelwelt, in der die schlausten Köpfe an geheimen Erfindungen arbeiten, die die Menschheit in eine strahlende Zukunft führen sollen.

Viele Jahre später darf auch die technikbegeistere Casey (Britt Robinson) mit Hilfe eines solchen Pins einen Blick auf diese grandiose Vision werfen. Doch gerade als ihr Rundflug übers gigantische Areal starten soll, geht dem Pin die Puste aus. Was war das für eine Welt? Ist sie real? Wie kann sie dahin zurückkehren? Die Antworten auf diese Fragen scheint Athena zu kennen, die seltsamerweise noch genauso aussieht wie in den Sechzigern. Sie entpuppt sich als Android, dessen Auftrag es ist, Träumer aufzuspüren, die das bevorstehende Ende abwenden sollen. Denn Umweltverschmutzung, Kriege und Naturkatastrophen drohen die Erde zu zerstören. Casey muss den mittlerweile erwachsenen Frank (George Clooney) aufspüren, der resigniert und nur noch als stiller Beobachter am Weltgeschehen teilnimmt seit er aus Tomorrowland verbannt wurde. Nur er weiß den Weg zurück ins bedrohte Paradies.

Ja, es macht Spaß, durch die wunderbar designten Bauten von Tomorrowland zu fliegen und sich vom naiven Enthusiasmus der Disney-Philosophie anstecken zu lassen. Doch der wenig bedrohliche Tonfall des Abenteuers schielt nur allzu deutlich auf Massenkompatibilität, Vermarktbarkeit innerhalb eines Familienpublikums und weltweite Franchise-Geschäfte. Anstelle einer echten Auseinandersetzung mit den anstehenden Problemen werden im aufgeblasenen Finale Phrasen gedroschen und Kinder zu Weltenrettern stilisiert. Das tut sicherlich niemandem weh, existenzialistisches Blockbusterkino sieht aber anders aus.

OT: Tomorrowland, USA 2015 R: Brad Bird D: George Clooney, Hugh Laurie, Britt Robertson, Raffey Cassidy, Tim McGraw, Kathryn Hahn FSK: 12 Jahre L: 130 Minuten Verleih: Disney

Ab 21. Mai 2015 im Kino

3

Fazit

Viel märchenhaftes Eyecandy, wenig Substanz. Erwachsene Zuschauer werden den Kinosaal nach dem visuell überbordenden Spektakel mit einem hohlen Gefühl verlassen

Sending
Leserwertung 0 (0 votes)

Trailer

Kommentar verfassen