Die Behandlung


Nicht nur die Skandinavier können düstere Krimis drehen: Nach einer Romanvorlage von Mo Hayder wagen sich jetzt die Belgier auf finsteres Terrain

Für Krimifans ist Mo Hayder seit ihrem Erstling „Der Vogelmann“ ein Begriff, in dem Inspektor Jack Caffery (in der vorliegenden Verfilmung Nick Cafmeyer genannt) seinen ersten Fall löst. Gewalt, Grausamkeit und Kindesmissbrauch sind ihre Themen, die auch im zweiten Roman „Die Behandlung“ ausgiebig beleuchtet werden. Dabei ist nicht nur der Täter psychisch gestört, auch Ermittler Cafmeyer hat sein Päckchen zu tragen. In Rückblenden sieht man ihn gemeinsam mit dem jüngeren Bruder Cowboy und Indianer spielen, scheinbar sicher ganz in der Nähe des elterlichen Hauses. Bis ein unbekannter Mann den Jungen mitnimmt – auf Nimmerwiedersehen. Obwohl Nick immer Ivan Plettinckx im Verdacht hatte, konnte der Nachbar nie überführt werden und macht sich seitdem einen widerlichen Spaß daraus, Nick mit Briefen und angeblichen Hinweisen zu quälen. Seine schreckliche Familiengeschichte wird erneut nach oben gespült, als Nick zu einem drastischen Fall von Kindesmissbrauch gerufen wird. Ein Unbekannter hat eine Familie tagelang ohne Nahrung zu Hause festgehalten und mit verbundenen Augen gefesselt und sich am neunjährigen Sohn vergriffen. Als die Eltern gefunden werden, ist der Junge gemeinsam mit dem Täter verschwunden. Nick begibt sich fieberhaft auf die Suche, kann aber in einem nahegelegenen Wald nur noch die Leiche des Kindes sicherstellen. Die Obduktion ergibt, dass er mehrfach missbraucht und gebissen wurde und am Ende verdurstete.  Die Aussagen der völlig verstörten Eltern bleiben seltsam vage, bei Nick regt sich Misstrauen. Und was hat es mit dem seltsamen Troll auf sich, von dem die Kinder der Umgebung berichten? Für Nick beginnt ein erbarmungsloser Wettlauf gegen die Zeit.

Düster-schmutzige Bilder, ein einsamer Ermittler, verwahrloste Verdächtige und ein Plot, der immer weiter ins Herz der verdorbenen Finsternis führt. Ein Thriller für Hartgesottene.

OT: De Behandeling, BEL 2014 R: Hans Herbots D: Geert van Rampelberg, Ina Geerts, Johan van Assche FSK: 16 Jahre L: 125 Minuten Anbieter: Capelight

Ab 2. Januar 2015 auf DVD und Blu-ray

4

Fazit

Die Suche nach einem schwer gestörten Pädophilen zieht den Zuschauer mit ins dunkle Verderben. Abgründig!

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