Escobar


Für seinen Großmut geschätzt, für seine Brutalität gefürchtet: Benicio Del Toro geht als kolumbianischer Drogenkönig über Leichen.

Sonne, Surfen, Spaß haben – deshalb ist der Kanadier Nick (Josh Hutcherson) zusammen mit seinem Bruder Dylan nach Kolumbien gekommen. Am Strand haben sie ihr kleines Paradies gefunden, und als sich Nick in die hübsche Maria verliebt, scheint das Glück perfekt. Die ist keine Geringere als die Nichte des großen Pablo Escobar, dem allmächtigen Kokainkönig, der (vor allem von den Armen) für seine Großzügigkeit geschätzt wird. Auf einem rauschenden Fest lernt man sich persönlich kennen. Escobar findet Gefallen an Nick, stellt ihn als Helfer auf seiner Riesen-Hazienda ein und gibt ihm den Segen zur baldigen Vermählung mit Maria. Doch allmählich wird die Luft für den Paten dünner: Um US-Drogenfahndern zu entgehen, schließt Escobar einen Deal mit den Behörden und erklärt sich bereit, für ein paar Jahre in den Knast zu wandern. Nicht ohne vorher seine Schäfchen ins Trockene gebracht zu haben. Nick muss helfen, die gehorteten Schätze zu verstecken – und soll einen der Mitwisser anschließend exekutieren.

In seinem Regiedebüt umrahmt der italienische Darsteller Andrea di Stefano („Life Of Pi“) die ­reale Figur des skrupellosen Schwerverbrechers mit einer in weiten Teilen erdachten Story, der fiktive Protagonist Nick rückt das Geschehen als eingereister Kanadier in eine bei uns gewohnte Mainstream-Perspektive. Die grimmige Wucht von Schwergewicht Benicio Del Toro und die jugendliche Naivität von „Panem“-Star Josh Hutcherson harmonieren zwar gut, das unausgereifte Drehbuch weiß ihnen aber keinen Raum für denkwürdige oder gar charismatische Momente zu geben. Doch für Hochspannung ist gesorgt – vor allem in der zweiten Hälfte, wenn sich Nicks eben noch beschauliches Dasein in einen existenzialistischen Überlebenskampf verwandelt.

OT: Escobar: Paradise Lost, USA 2014 R: Andrea Di Stefano D: Josh Hutcherson, Benicio Del Toro, Brady Corbet, Claudia Traisac FSK: 16 Jahre L: 115 Minuten Anbieter: Alamode

Ab 20. November 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich

3

Fazit

Unterhaltsamer, aber oberflächlicher Ausriss aus dem Umfeld eines Supergangsters, der hinter dem Potenzial seiner Story, Figuren und Darsteller zurückbleibt

Sending
Leserwertung 0 (0 votes)

Trailer

Kommentar verfassen