Frank (Kino)


Ja, es gibt sie noch, diese schrägen kleinen Außenseiterwerke, die ihre ganz eigenen Pfade verfolgen und dem Filmfan das vom seelenlosen Blockbusterkino ausgekühlte Herz erwärmen

Jon (Domhnall Gleeson) lebt in einem Küstenkaff und schraubt nach Feier­abend in seinem Kinderzimmer klägliche Songs zusammen. Wenig glamourös. Bei einem Spaziergang am Strand schlägt dann seine große Stunde. Der Keyboarder der exzentrischen Band Soronprfbs will sich in einem Anfall von akutem Weltfrust in den Wellen ertränken und Jon kann als Ersatz beim Konzert am Abend einspringen. Der Auftritt gerät zum Desaster und dass Sänger Frank (Michael Fassbender) sein Gesicht hinter einem riesigen Pappmaschee-Kopf verbirgt, ist noch das geringste Problem. Wider Erwarten fordert die Truppe den Ersatzmann dennoch auf, zu einer Session für ihr erstes Album in eine Waldhütte in Irland mitzukommen. Mit Zahnbürste, Hemd und Hose bestückt macht sich der Neuling auf ins Abenteuer, nur um festzustellen, dass aus dem geplanten Wochenende ein ganzes Jahr Probeaufnahmen werden.

Jon erkämpft sich seinen Platz in der eingeschworenen Gemeinschaft, obwohl ihn die feindselige Clara (Maggie Gyllenhaal) loswerden möchte und auch die übrigen Kollegen so ihre Probleme haben. Überzeugt von der Genialität ihrer dadaistischen Musik postet er ohne Wissen der anderen kleine Clips der Band im Internet und kreiert so einen gewissen Hype in der Szene, die in einer Einladung zum renommierten South-By-Southwest-Festival in Texas gipfelt. Doch ist es wirklich so eine gute Idee, sich mit Frank, der selbst unter der Dusche seine Maske aufbehält und den anderen Durchgeknallten ins Getümmel zu stürzen?

Die lose auf der Kunstfigur des 2010 verstorbenen britischen Komikers Chris Sievey basierende Dramödie ist kein Film für jedermann; wer‘s exzentrisch mag ist bei der Außenseiter-Band aber genau richtig.

OT: Frank, GB/IRL/USA 2014 R: Lenny Abrahamson D: Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal FSK: 12 Jahre L: 95 Minuten Verleih: Weltkino

Ab 27. August 2015 im Kino (OmU)

4,0

Fazit

Schräges Porträt einer eigenwilligen Künstlertruppe mit viel Liebe für ihre Schrullen und musikalische Experimente

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