Green Room (Kino)


Nazi-Punks fuck off! Eine junge Punkband landet ausgerechnet auf der Bühne eines Rassisten-Quartiers im tiefsten Hillbilly-Hinterwald. Ein Engagement mit tödlichen Folgen.

Der Punkband „The Ain‘t Rights“ steht das Wasser bis zum Hals. Während ihrer Tour durch den Nordwesten der USA bricht ihnen ein Auftritt weg, weshalb sich Gitarrist Pat und seine Kollegen nicht mal mehr Benzin für ihren abgewrackten Bus leisten können. Notgedrungen nehmen sie deshalb unterwegs ein zweifelhaftes Engagement an. In einem abgelegenen Rockschuppen spielen sie ausgerechnet vor einer Horde Neonazis. Trotz der aufgeheizten Stimmung bringen sie den Gig ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne. Doch das böse Erwachen lässt nicht lange auf sich warten: Als Gitarristin Sam kurz vor dem Verlassen der Bar ihr vergessenes Handy aus dem Backstage-Raum holen will, steht sie plötzlich vor einer Leiche. Die Band will sofort die örtliche Polizei hinzuziehen. Allerdings haben sowohl die Veranstalter als auch der Barbesitzer Darcy (Patrick Stewart) ganz eigene Vorstellungen, wie die unangenehme Situation zu lösen ist. Für die „Ain‘t Rights“ fällt damit der Startschuss zu einem schier ausweglosen Überlebenskampf.

Nach seinem hochgelobten Rache-Thriller „Blue Ruin“ legt Regisseur Jeremy Saulnier mit einer konsequent geradlinig inszenierten Gewaltspirale nach, die absolut nichts für zarte Gemüter ist. Mit Anleihen an John Carpenters Belagerungs-Klassiker „Assault – Anschlag bei Nacht“ zieht sich die Schlinge dabei um die bedauernswerten Protagonisten immer weiter zu. Erfreulicherweise verhalten sich die Charaktere hier ausnahmsweise mal nicht wie genretypische Trottel-Opfer, sondern handeln stets absolut nachvollziehbar. Umso heftiger schlagen beim Zuschauer die effektiv eingestreuten und sehr heftigen Gewalteruptionen auf das Gemüt. Daher dürfte „Green Room“ nicht für jeden Kinogänger geeignet sein. Wer sich diesem nihilis­tischen Gefecht auf engstem Raum gewachsen fühlt, bekommt dafür aber ein top gespieltes und hochspannendes Stück Terror-Kino vor den Latz geknallt.  Echt harter Stoff!

OT: Green Room, USA 2015 R: Jeremy Saulnier D: Imogen Poots, Patrick Stewart, Anton Yelchin, Alia Shawkat, Macon Blair, Mark Webber, Eric Edelstein, Joe Cole, Callum Turner FSK: 18 Jahre L: 96 Minuten Verleih: Universum

Ab 2. Juni 2016 im Kino

4

Fazit

Extrem brutaler Belagerungs-Thriller ohne Kompromisse. Ein nervenzerreißender Genre-Geheimtipp!

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