Hectors Reise


Der französische Psychiater und Schriftsteller François Lelord lieferte mit seinem gleichnamigen Roman die Vorlage für diese filmische Glückssuche, in der Simon Pegg eine Rolle übernimmt, die früher James Stewart gespielt hätte. Nicht das schlechteste Vorbild!

Der freundlich-naive Hector (Simon Pegg) lebt mit seiner Freundin Clara (Rosamunde Pike) in London und arbeitet als Psychiater. Doch je mehr Probleme seine Patienten bei ihm abladen, desto unzufriedener wird er. Im Grunde kann er ihnen nicht wirklich helfen, denn er weiß selbst nicht, wie man ein zufriedenes Leben führt. So beschließt er, eine Reise zu unternehmen, um herauszufinden, was die Menschen wirklich glücklich macht. Auf dem Flug nach Shanghai wird er in die Business-Class hochgestuft und lernt den millionenschweren Geschäftsmann Edward (Stellan Skarsgård) kennen, der ihm als Kapitalist durch und durch gern zeigt, wie man sich mit Geld Glück kaufen kann. Hector steigt in einem erstklassigen Hotel ab, genießt ein exzellentes Menü und taucht gemeinsam mit Edward ins funkelnde Nachtleben ab. Im mondänen Club interessiert sich eine wunderschöne Studentin für ihn, die sich später aber als Prostituierte entpuppt: „Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen“, folgert Hector daraus. Er flieht in die Berge, trifft dort (natürlich!) einen buddhistischen Mönch – und schon geht es weiter nach Afrika, seinen alten Freund Michael besuchen, der dort als Arzt für die Einheimischen seine Bestimmung gefunden hat. Hector hilft in seiner Klinik ein wenig aus, begegnet abends beim Bier dem Drogenhändler Diego (herrlich knurrig: Jean Reno), lernt Süßkartoffelauflauf schätzen (inklusive Afrika­klischee mit stets tanzenden und fröhlichen Einheimischen) und wird zwischendurch von einem fiesen Warlord entführt. Hier legt die Glückssuche eine Pause ein, denn mit Todesangst in einer Zelle hat man andere Sorgen. In ernsten Szenen wie diesen leidet der Wohlfühlfilm unter dem etwas limitierten Spiel des ansonsten wunderbar heiter durch die Welt stolpernden Simon Pegg, der echte Furcht nicht wirklich darzustellen vermag. Egal, der Psychiater wird durch die Bekanntschaft mit dem gefährlichen Diego gerettet und findet sich am finalen Reiseziel ein, um seine erste große Liebe Agnes (wunderbar: Toni Collette) wiederzusehen. Die liest dem großen Kind die Leviten im Sinne von „werde erwachsen!“ – und endlich weiß Hector, was er zu tun hat.

Chef-Kameramann Kolja Brandt findet wunderbare Bilder für die Fahrt, die in einem märchenhaft-postkartenidyllischen Rahmen die innere und äußere Reise des Glücksforschers illustrieren. Ähnlich wie bei „Walter Mitty“ mit Ben Stiller darf man in diesem eskapistischen Streifen die Ansprüche nicht allzu hoch hängen, manche Erkenntnisse gehen nicht über Kalenderspruchweisheiten hinaus. Insgesamt dennoch ein heiterer Trip mit tollem Soundtrack.

OT: Hector And The Search For Happiness, D/CAN 2014 R: Peter Chelsom D: Simon Pegg, Toni Collette, Rosamund Pike FSK: 12 Jahre L: 114 Minuten Anbieter: Eurovideo

Ab 22. Januar 2015 auf DVD und Blu-ray

3

Fazit

Simon Pegg sucht das Glück. Nicht immer klischeefrei, aber charmant, witzig und fröhlich inszeniert

Sending
Leserwertung 0 (0 votes)

Trailer

Kommentar verfassen