Into The Woods (Kino)


Man nehme Rotkäppchen, Aschenputtel und Rapunzel, vermenge sie mit allerlei Gestalten aus dem Grimm‘schen Märchenwald, gebe eine Prise Tanz und Gesang dazu – und fertig ist die Fantasy-Instantmischung für aufgeschlossene Musical-Liebhaber

An Etat hat es Regisseur Rob Marshall („Chicago“) sicher nicht gemangelt in dieser bonbonbunten und fantastisch ausgestatteten Filmversion des gleichnamigen Musicals von Stephen Sondheim. Prächtig sind die Kostüme, großartig die Bauten und hervorragend die Tricks, allein es mangelt an Substanz. Selbst herausragende Darsteller wie Meryl Streep als fins­tere Hexe oder Johnny Depp als böser Wolf (allerdings nur in einem erweiterten Cameo) können nicht vergessen lassen, dass dieser Märchen-Mix ein ganz schön dünnes Süppchen ist, das in über zwei Stunden Laufzeit redundant seine eh schon vorhersehbaren Possen zelebriert: Der Bäcker und seine Frau bleiben kinderlos, weil die gemeine Hexe ihre Familie verflucht hat. Um den Bann zu brechen, sollen die beiden aus dem nahen Märchenwald verschiedene Gegenstände besorgen, darunter eine weiße Kuh, einen goldenen Schuh und einen roten Umhang. Der Auftrag bringt sie in der Folge in Kontakt mit Rapunzel, Rotkäppchen, Cinderella und Hans (der mit der Bohnenranke). Wenig witzig stellt sich Aschenputtels Prinz (Chris Pine) als eitler Egomane heraus, Rotkäppchen ist ein unangenehm freches Gör und die süße Anna Kendrick weiß als geprellte Cinderella gar nicht wohin mit ihrer Liebe. Doch für die flott abgehandelten Probleme der Figuren bleibt keine rechte Zeit, ein Liedchen wird geträllert und weiter geht es im Text. Bei allem Pomp kommt das stückhafte Märchen-Musical so antiseptisch rüber, dass man weder herzhaft lachen noch mit den Figuren mitfiebern kann. Ein Tipp also nur für Hardcore-Singspiel-Liebhaber.

OT: Into The Woods, USA 2014 R: Rob Marshall D: Meryl Streep, Emily Blunt, James Corden L: 125 Minuten Verleih: Walt Disney

Ab 19. Februar 2015 im Kino

2

Fazit

Makellose Hochglanzproduktion aus amerikanischer Musical-Schmiede, die sich zu sehr auf ihre Songs verlässt und eigentlich furchtbar öde ist

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