Jack und das Kuckucksuhrherz


Erst Buch, dann Konzept­album, jetzt Film: bizarres Erfolgsmärchen aus Frankreich

Schottland im Jahr 1874: In der kältesten Nacht des Winters schleppt sich ein hochschwangeres Mädchen in die Hütte der He­bamme Madeleine und bringt dort den kleinen Jack zur Welt. Weil sein gefrorenes Herz nicht schlagen will, setzt ihm Madeleine eine Kuckucksuhr als Lebensquelle ein. Nachdem sich seine leibliche Mutter aus dem Staub gemacht hat, wächst Jack bei Madeleine zu einem  netten Jungen heran, der allerdings gut auf sich achtgeben muss: Starke Gefühle und vor allem Liebe bringen das Räderwerk in seiner Brust aus dem Takt. Alle Warnungen fruchten nichts: Bei einem Ausflug in die Stadt verguckt sich Jack sofort in die niedliche Sängerin Acacia. Die beiden verlieren sich aus den Augen, doch schon bald begibt sich Jack auf eine abenteuerliche Suche nach seinem Schwarm.

Die Buchvorlage des Franzosen Mathias Malzieu wurde in seiner Heimat ein Bestseller, das zugehörige Album seiner Artrock-Band Dionysos erlangte sogar Goldstatus. Die mal rockigen, mal ruhigen und mal gerappten Indie-Songs und Musical-Einlagen heben sich angenehm von Schnulzenkost à la Disney ab, beim Look standen offensichtlich die morbiden Ideen eines Tim Burton Pate. Dessen Klasse erreicht die französische Produktion aber nicht – dazu sind die Figuren zu hüftsteif animiert und die Geschichte zu wenig mitreißend erzählt. Freunde surrealer Skurrilitäten sollten sich das psychedelische CGI-Märchen aber nicht entgehen lassen!

OT: Jack et la mécanique du coeur, FRA 2013 R: Mathias Malzieu, Stéphane Berla FSK: 6 Jahre L: 89 Minuten Anbieter: Universum

Ab 7. November 2014 auf DVD und Blu-ray

4,0

Fazit

Surrealer Leckerbissen aus dem Land jenseits des Mainstreams, dem etwas Herzblut und Wärme fehlen

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