Kind 44 (Kino)


Der britische Autor Tom Rob Smith hat mit seinem Debüt um den russischen Geheimdienstoffizier Leo einen Bestseller geschrieben, dessen Verfilmung aus der Zeit gefallen wirkt.

Das einstige ukrainische Waisenkind Leo Demidow (Tom Hardy) hat es in der stalinistischen Sowjetunion weit gebracht. Der linientreue Geheimdienst­offizier genießt alle Privilegien des Regimes, wohnt in einem luxuriösen Appartement und ist mit der attraktiven Raisa (Noomi Rapace) verheiratet. Doch der schöne Schein hat auch eine bittere Kehrseite. Seine Frau liebt ihn nicht, sondern fürchtet sich vor ihm, und das nicht ohne Grund: Leo foltert und tötet für den Apparat, wo es nötig ist. Dann gerät Sand ins Getriebe: Der Sohn seines Kollegen Alexei wird ermordet auf den Bahngleisen Moskaus entdeckt, doch da es in der perfekten sozialistischen Gesellschaft keine Killer geben darf, muss Leo der ungläubigen Familie des Kindes mitteilen, dass es sich um einen Unfall handelt. Zeitgleich wird Raisa denunziert, ausgerechnet Leo selbst soll den Fall untersuchen. Als er sich weigert seine Frau preiszugeben, wird das Paar in die trostlose Provinz deportiert. Hier wird erneut ein toter Junge gefunden, dessen Leiche fatale Ähnlichkeiten mit dem Moskauer Toten aufweist. Bei seinen Recherchen stößt der degradierte Geheimpolizist auf 43 weitere Fälle, für die schnell Schuldige gefunden und abgeurteilt wurden. Doch Leo ist sich sicher, dass der wahre Täter nie gefasst wurde und stellt unerwünschte eigene Ermittlungen an.

Der Krimiplot mäandert mehr als zwei Stunden über die Leinwand und wandelt sich dabei immer mehr zum leicht zähen Sittenbild. Regisseur Daniel Espinosa („Safe House“) gelingt es zwar gut, die von Angst beherrschte Stimmung der stalinistischen Ära einzufangen, der Spannung ist das aber eher abträglich.

OT: Child 44, USA 2014 R: Daniel Espinosa D: Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Vincent Cassel FSK: 16 Jahre L: 138 Minuten Verleih: Concorde

Ab 4. Juni 2015 im Kino

3

Fazit

Atmosphärisches Porträt einer angstbeherrschten Gesellschaft, das außer einem kraftvollen Tom Hardy wenig zu bieten hat

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