Kingsman (Kino)


Brite Matthew Vaughn, Regisseur von „X-Men: Erste Entscheidung“, wandelt nach dem aufsehenerregenden „Kick-Ass“ erneut auf den Comic-Spuren von Mark Millar. Die aktuelle Agentenkomödie basiert auf dessen Vorlage „The Secret Service“

Für die Verfilmung gelang Vaughn mit der Besetzung von „everybodys darling“ Colin Firth als smartem Gentleman-Agenten ein echter Coup, der aber gleichzeitig die Krux des Filmes ist. Die immer wieder aufflammende krasse Brutalität will so gar nicht zu dem smarten Briten passen. Während ein klasse choreografierter Fight in einem Pub zu Beginn mit Hilfe eines präparierten Regenschirms entschieden wird (James Bond lässt grüßen), steigert man sich bis hin zu einem splatterartigen Gemetzel in einer Kirche, bei der Superspion Harry Hart (Firth) im Drogenrausch alles niedermäht, was sich ihm in den Weg stellt. Das ist jetzt wirklich nicht mehr Gentleman-like! Dieser Kampf hätte doch viel besser zum Agenten in der Ausbildung Eggsy Price gepasst, der sich seine Meriten erst noch verdienen muss. Nachdem dessen Vater im Auftrag der Geheimdienstorganisation Kingsmen sein Leben ließ, stürzt seine Mutter total ab, Eggsy wird zum taffen Straßenjungen. Als er im Gefängnis landet, löst Hart ein altes Versprechen ein und holt den Tunichtgut aus dem Knast. Der altgediente Agent sieht Poten­zial beim Jungspund und schlägt ihn für die Ausbildung zum Kingsman vor. Die ist wahrlich nichts für Weicheier. Die Kandidaten werden auf Herz und Nieren geprüft, man schreckt weder vor Tod durch Ertrinken noch dem Abservieren des Schosshundes zurück – gemein! Am Ende muss natürlich die Welt gerettet werden, und dem Neuling fällt dabei keine geringe Rolle zu. Es gilt, den milliardenschweren Widersacher Richard Valentine auszuschalten, völlig durchgeknallt gespielt von Samuel L. Jackson, der mit sichtlichem Spaß den paranoiden Superbösewicht gibt, der aus Umweltschutzgründen die Menschheit dezimieren möchte.

Die Agentenparodie im Hochglanzlook begeistert mit einer fantastischen Ausstattung, die sich vom maßgeschneiderten Anzug über die bondmäßige Ausstattung der Geheimdienstzentrale bis zu hochklassigen Stunts und einem bösen Feuerwerk-Finale erstreckt. Die Inszenierung kann bei so viel Superlativen nicht mithalten. Die coolen Sprüche gehen oft ins Leere, die unvermittelte Brutalität wird (ähnlich wie bei “Kick-Ass 2”) zu ernsthaft umgesetzt und am Ende beschleicht einen der leise Verdacht, all diese Versatzstücke schon diverse Male genossen zu haben.

OT: Kingsman: The Secret Service, GB 2014 R: Matthew Vaughn D: Colin Firth, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Taron Egerton, Michael Caine L: 129 Minuten Verleih: Fox

Ab 12. März im Kino

3

Fazit

Ein gigantisches Agenten-Action-Knallbonbon, das ziemlich brutale Gewaltfantasien in comic-haft übersteigertem Stil präsentiert

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Leserwertung 5 (1 vote)

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Ein Kommentar

  1. franziska-t 28. März 2015

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