Mission: Impossible – Rogue Nation (Kino)


1996 übernahm Tom Cruise für Brian De Palma erstmals eine unmögliche Mission, deren Idee auf der Fernsehserie „Kobra, übernehmen Sie“ basierte. 19 Jahre später geht es in die fünfte Runde.

Womit man via Internet seit Monaten heiß gemacht wurde, ist gleich zu Beginn des Thrillers zu sehen: Superagent Ethan Hunt hängt an einem Airbus, seinem tollpatschigen Kollegen Benji (Simon Pegg) gelingt es nicht rechtzeitig, die Tür zu öffnen, das Flugzeug hebt ab und Hunt klammert sich verzweifelt außen fest. Diesen Wahnsinns-Stunt hat Hauptdarsteller Tom Cruise selbst erledigt, ebenso wie zahlreiche andere haarsträubende Aktionen zu Wasser (sechs Minuten Luft anhalten) und zu Lande (Motorräder schrotten in Marokko). All das natürlich auf höchstem technischen Niveau, in einer meist perfekten Kombina­tion aus handgemachter Action und CGI-Tricks. Das ist es, was die Fans der Franchise erwarten, und das klappt auch in der fünften Runde erstaunlich gut. Neuerungen gibt es trotzdem zu verzeichnen, und die ungewöhnlichste ist wohl die Wahl einer Hauptdarstellerin, die nicht bondmiezengleich an Hunts Seite agiert, sondern emanzipiert-undurchsichtig ihr eigenes Ding dreht. Ilsa Faust ist ihr Name, gespielt von der schwedischen Newcomerin Rebecca Ferguson, die mit der TV-Serie „The White Queen“ auf sich aufmerksam machte. Sie rettet Hunt das Leben, nachdem er in die Hände der Schurkenorganisation des Syndikats fällt.

Aber der Reihe nach: Wegen zahlloser spektakulärer Auftritte des IMF (Impossible Mis­sion Force) in der Vergangenheit, bei denen die Agenten nicht eben unauffällig zu Werke gingen, hat CIA-Boss Alan Hunley (Alec Baldwin) die Nase voll und fordert die Auflösung der Organisation. Alle Mitglieder sollen zurück in die Zentrale, doch einer weigert sich: Ethan Hunt setzt sich allein auf die Spur des ominösen Syndikats, das angeblich aus internationalen Ex-Spionen besteht und „eine neue Weltordnung errichten will“ (was immer das bedeutet). Während seine Ex-Kollegen, Techniker Benji, Hacker Luther (Ving Rhames) und Denker William (Jeremy Renner), jetzt unter der Fuchtel des CIA stehen, wird Ethan vom fiesen Superhirn Solomon Lane (Sean Harris) gefangengenommen. Auftritt Ilsa Faust, die ihm nach einer handfesten Prügelorgie zur Flucht verhilft und dann verschwindet. Trotz ihrer Rettungsaktion kann man im weiteren Verlauf des Abenteuers nie ganz sicher sein, auf welcher Seite sie eigentlich steht. So scheint sie beim nächsten Coup des Syndikats, einem Anschlag auf den österreichischen Bundeskanzler während einer Opernaufführung in Wien, eindeutig für die Anti-IMF zu arbeiten. Kann Hunt ihr weiter trauen?

Die Agentenhatz setzt ihre internationalen Schauplätze postkartenschön in Szene, das eingespielte Darsteller-Team harmoniert gut und mit der undurchsichtigen Ilsa Faust kommt eine Prise Unsicherheit ins Spiel. Ein Blockbuster wie aus dem Schulbuch, der schwungvoll seine Stärken ausspielt und bestens unterhält. Worum es ging hat man allerdings beim Abspann schon vergessen.

OT: Mission: Impossible – Rogue Nation, USA 2015 R: Christopher McQuarrie D: Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Ving Rhames FSK: 12 Jahre L: 131 Minuten Verleih: Paramount

Ab 6. August 2015 im Kino

4

Fazit

Im Kampf gegen das Syndikat zeigt Tom Cruise, warum er immer noch zu den Superstars gehört. Ein rasanter Cocktail aus zeitgemäßer Action, intrigantem Verwirrspiel und einer Prise Komik, der liefert was er verspricht

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