Northmen


Unrasiert und fern der Heimat, aber trotzdem nicht kleinzukriegen: Im 9. Jahrhundert n. Chr. legt sich eine Gruppe verstoßener Wikinger mit den skrupellosen Söldnern des schottischen Königs an

Kurs setzen auf fette Beute, volle Kraft voraus: Asbjörn (Tom Hopper aus der BBC-Serie „Merlin“) und seine Gruppe wackerer, aber von ihrem König verbannter Nordmannen schippern in Richtung frischer Plündergründe, als sie von einem mörderischen Sturm überrascht werden. Ihr Schiff sinkt, sie werden an einem unbekannten Ufer angespült. Kein Schimmer, wo sie da hingeraten sind – doch eins wissen sie bald ganz genau: dass sie nicht willkommen sind. Denn kaum haben sie die Steilküste erklommen, rasseln sie mit einer Truppe königlicher Soldaten anein­ander. In einem für beide Seiten sehr blutigen Schlagabtausch gelingt es ihnen, die Angreifer in die Flucht zu schlagen, die eine vielversprechende Beute hinterlassen: eine verschlossene Kutsche mit einer wehrhaften jungen Frau darin. Auf ihrer Flucht vor der bald anrückenden Verstärkung treffen sie auf den überraschend kampferprobten Einsiedlermönch Conrall (Ryan Kwanten), der sich ihnen anschließt und Unterkunft gewährt. Er kennt auch ihre Geisel: es ist Lady Inghean, die Tochter des schottischen Königs – eine gute Partie, die den Zauselbärten ein hübsches Lösegeld einbringen sollte. Tut sie aber nicht. Denn seine Majestät hetzt ihnen sein „Wolfsrudel“ auf den Hals, eine Truppe völlig skrupelloser Barbaren. Die haben überhaupt kein Interesse am Überleben der Geisel und veranstalten lieber eine gnadenlose Jagd, um Asbjörns Leute Mann für Mann zu dezimieren. Doch auch die Wikinger haben ein paar fiese Tricks auf Lager, um sich ihrer Haut zu erwehren.

Taffe Typen, knappe Worte, scharfe Klingen: Der Schweizer Claudio Fäh, bislang mit B-Ware wie „Hollow Man II“ oder „Sniper: Reloaded“ eher in der Grabbeltischliga unterwegs, präsentiert einen sehenswert grob behauenen Klotz von Mittelalter-Abenteuer. Was er an Budget nicht hatte, macht er mit reichlich (Herz-)Blut und grandiosen Bildern wett: Der aus Kostengründen im bestens als Schottland durchgehenden Südafrika gedrehte Streifen gefällt mit stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen, die es über weite Strecken mit der ersten Kinoliga aufnehmen können und eine perfekte Kulisse für die ungehobelten Helden und ihre noch grobschlächtigeren Verfolger abgeben. Zugegeben: Tolle Twists oder feingedrechselte Plot-Verzierungen hat das geradlinige Draufhauen und Stechen nicht zu bieten. Der existenzialistische, aufs Wesentliche reduzierte Überlebenskampf in den endlos scheinenden, unberührten Weiten versprüht aber einen ganz eigenen archaischen Zauber, den die deftig inszenierten Kämpfe und manchmal splattigen Schädelspaltereien gekonnt unterstreichen.

OT: Northmen – A Viking Saga, CH/D/Südafrika 2014 R: Claudio Fäh D: Ryan Kwanten, James Norton, Charlie Murphy, Ed Skrein, Tom Hopper FSK: 16 Jahre L: 94 Minuten Anbieter: Ascot Elite

Ab 3. März 2015 auf DVD und Blu-ray

4

Fazit

Schlichte, mit ihrer schnörkellosen Art bestechende Gut-gegen-Böse-Saga der erfrischend ungewaschenen Art

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