Pride


Unterdrückung schafft die seltsamsten Allianzen: Schwule kämpfen für britische Kumpels

“Eine Horde Schwuler und Lesben mischt beim Streik der Bergarbeiter mit.“ So prägnant wird im Film selbst die Handlung auf den Punkt gebracht, die unglaublicherweise auf einer wahren Begebenheit beruht. 1984 regiert in England Margaret Thatcher mit harter Hand. Sie ist eine ausgemachte Gegnerin der Gewerkschaften und lässt es lieber auf einen landesweiten Streik ankommen als nachzugeben. Der monatelange Arbeitskampf zermürbt die Minenarbeiter, die sich verzweifelt gegen Privatisierung und Zechenschließungen auflehnen. Die Streikkassen sind leer, man ist auf die Wohlfahrt angewiesen oder hungert.

Da kommt Unterstützung von unerwarteter Seite: Eine Londoner Aktivistengruppe für Schwule und Lesben unter der Führung des umtriebigen Mark fühlt sich ebenfalls von Thatchers rigider Politik gegängelt und beschließt, für die Bergarbeiter Geld zu sammeln. Die ersten Pfund sind schnell beisammen, doch dann tut sich ein unerwartetes Problem auf: sie werden die Kohle nicht los. Die konservativen Kumpel wollen mit Homos nichts zu tun haben und knallen empört den Telefonhörer auf. Nur das winzige walisische Kaff Onllwyn schickt mit Dai (Paddy Considine) einen Vertreter nach London. Nach dem ersten Schock lädt er die bunten Paradiesvögel zum Gegenbesuch ein und leitet damit eine unglaubliche Allianz ein.

Wer könnte diese herzerwärmende Story im Rahmen eines sozialen Culture Clash besser erzählen als die Briten, die ein ganz besonderes Gespür für die Kombination von Komik und Tragik besitzen? Die fabelhaften Jungdarsteller werden dabei perfekt ergänzt von alten Hasen wie Imelda Staunton und Bill Nighy.

OT: Pride, GB 2014 R: Matthew Warchus D: Ben Schnetzer, George MacKay, Dominic West, Bill Nighy, Imelda Staunton, Paddy Considine FSK: 6 Jahre L: 115 Minuten Anbieter: Senator

Ab 13. März 2015 auf DVD und Blu-ray

4

Fazit

Ein britisches Feelgood-Movie, das ohne Pathos Brücken schlägt. Im Kino weit unter Wert gelaufen, sollte das solidarische Märchen jetzt via Mundpropaganda punkten

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