Ricki (Kino)


Altmeister Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) macht seinem Namen als „feministischer“ Regisseur neue Ehre.

Vor zwanzig Jahren hat sich Ricki (Meryl Streep) aus dem Staub gemacht, um in Kalifornien als Musikerin groß rauszukommen. Doch der Traum vom Leben als berühmter Rockstar hat sich nicht erfüllt. Die 54-Jährige spielt jetzt mit ihrer Band „The Flash“ all­abendlich in einer ranzigen kleinen Kneipe als Dauergig und jobbt tagsüber als Kassiererin an der Supermarktkasse. Mit Gitarrist Greg (Rick Springfield) pflegt sie nur eine lose Beziehung, auch wenn der coole Musiker gerne mehr von ihr möchte. Der Preis fürs freie Leben war hoch, denn in den Achtzigern hat sie in Indianapolis nicht nur ihren Ex-Mann Pete (Kevin Kline) zurückgelassen, sondern auch die drei gemeinsamen Kinder Julie, Josh und Adam. Die sind inzwischen längst erwachsen und haben mit der Rabenmutter nicht mehr viel am Hut, wie ein gemeinsames Abendessen offenbart. Ricki ist auf Petes Wunsch zurück in die alte Heimat geflogen, um die selbstmordgefährdete Julie (Streeps Sprößling Mamie Gummer) aufzubauen, die die Trennung von ihrem Ehemann nur schwer verkraftet. Trotz anfänglicher Differenzen gelingt es Ricki, mittels Shopping und Schönheitssalon wieder eine Beziehung zur entfremdeten Tochter aufzubauen und das spießige Familienleben ein bisschen durcheinanderzuwirbeln.

Das von Diablo Cody (Oscar für „Juno“) gewohnt peppig verfasste Drehbuch bietet viele lustige und auch kluge Dialoge, verzettelt sich aber auf diversen Nebenschauplätzen. Da ist einer der Söhne schwul, der andere will ohne Mama heiraten, die neue Frau von Pete hat noch ein Hühnchen mit Ricki zu rupfen und bis auf die Rockerin selbst sind alle reich und saturiert. Meryl Streep spielt aber gewohnt grandios auf und macht manches Holpern in der Story vergessen.

OT: Ricki And The Flash, USA 2015 R: Jonathan Demme D: Meryl Streep, Kevin Kline, Rick Springfield, Mamie Gummer FSK: o. A. L: 102 Minuten Verleih: Sony

Ab 3. September 2015 im Kino

3

Fazit

Sympathischer Familien-Flickenteppich, der sich zu viele Themen vorgenommen hat

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