Self/less (Kino)


Aus Ben Kingsley wird Ryan Reynolds: Als es mit seiner Gesundheit rapide bergab geht, lässt ein Millionär seinen Geist in einen neuen Körper verpflanzen. Mit unangenehmen Nebenwirkungen.

Der vergoldete Luxus in seiner Edelwohnung ist mit ihm in die Jahre gekommen. Um seine Gesundheit steht‘s aber schlimmer, denn eine unheilbare Krankheit zerfrisst den betuchten New Yorker Immobilienmogul Damian Hale (Ben Kingsley). Der hat aber längst einen Plan B geschmiedet: Für ein  hübsches Sümmchen lässt er sein Ego vom undurchsichtigen Wissenschaftler Albright (Matthew Goode, „Match Point“) und seiner Firma Phoenix in einen anderen Körper transferieren. Die experimentelle, streng geheime „Shedding“-Prozedur gelingt. Aus Damian wird Edward (Ryan Reynolds), ein sportlicher junger Mann, der jetzt in New Orleans nochmal ungehemmt die Freuden der Jugend erleben darf. Wenn da bloß nicht diese lästigen Kopfschmerzen und immer wieder aufblitzenden Visionen und Alpträume wären. Damian beginnt mit Nachforschungen auf eigene Faust – und bringt damit eine allmächtig und allgegenwärtig scheinende Geheimorganisation auf den Plan.

Wenn der Name Tarsem Singh fällt, bekommen Freunde surrealer Bilderwelten dank „The Cell“ und „The Fall“ feuchte Augen. Der amerikanisch-indische Regisseur hat sich diesmal ein anregend klingendes Spiel mit der Unsterblichkeit ausgesucht, doch der erwartete Mindfuck-Spaß bleibt aus. Die angedeuteten philosophischen Untertöne machen bald Platz für ein actionlastiges Katz- und Mausspiel, in dem Damian II die respektablen kämpferischen und athletischen Talente seines neuen Körpers nutzt, um sich Scharen von skrupellosen Finstergestalten der Marke Geheimdienst vom Leib zu halten. Ein enttarnter falscher Freund hier, eine ausufernde Schießerei und rasante Verfolgungsjagd da: Das alles ist wirklich ansehnlich und mit ordentlichem Budget in Szene gesetzt. Doch mit der Aufdeckung des ohnehin kaum überraschenden Twists geht dem runderneuerten Patienten in Sachen Spannung schnell die Puste aus. Dagegen können auch die ästhetischen Bilder in gewohnter Tarsem-Qualität nichts ausrichten.

Self-less_10OT: Self/less, USA 2015 R: Tarsem Singh D: Ryan Reynolds, Natalie Martinez, Matthew Goode L: 116 Minuten Verleih: Concorde

Ab 20. August 2015 im Kino

2

Fazit

Viel Bohei um ernüchternd wenig – das anfangs raffinierte Sci-Fi-Thema verkümmert zu einem routinierten, schablonenhaften Action-Thriller

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