Seventh Son (Kino)

Geisterjäger Jeff Bridges quält sich durch eine seelenlose Fantasy-Effektshow

Zuerst die guten Nachrichten. Erstens: Die hier verfilmte „Spook“-Fantasy-Romanreihe von Joseph Delaney erfreut sich bei der jugendlichen Zielgruppe und Kritikern großer Beliebtheit. Zweitens sind Jeff Bridges und Julianne Moore eigentlich großartige Schauspieler. Und drittens ist auch der russische Regisseur Sergei Bodrov kein Stümper; er heimste für sein Abenteuer „Der Mongole“ 2008 sogar eine Oscarnominierung ein.

Bleibt aber die Frage, wie man es schafft, aus der feinen Vorlage und dem handverlesenen Personal einen derart faden Fantasy-Brei zusammenzurühren. Erzählt wird die Geschichte des Geisterjägers John Gregory (Jeff Bridges), einem brummigen Einzelgänger, der die mittelalterlichen Landen von Geistern, Hexen und Dämonen befreit. Jetzt muss der Zauselbart einen siebten Sohn eines siebten Sohns zu seinem Lehrling machen. Den findet er in dem (für die Rolle zu alten) Landjungen Tom (Ben Barnes). Man trifft sich, klärt das kurz mit dessen Mama ab und startet dann direkt hinein in ein achterbahnflottes Effektgewitter.

Wer will CGI-Spielereien bis der Arzt kommt? Dann ab ins Kino: Die Leinwand-Umsetzung von „Der Schüler des Geisterjägers“ steht mit ihrer immensen Tricks-pro-Minute-Dichte statistisch gesehen prima da und sieht dazu auch noch ganz annehmbar aus. Der inhaltliche Ideenreichtum bleibt aber auf der Strecke. Damen, Herren und Wesen der zahlenmäßig gut aufgestellten dunklen Seite kreuzen auf, verwandeln sich von ihrer menschlichen Gestalt in Drachen, Bären, Raubkatzen und wieder zurück, bevor der Meister oder Tom sie in Aschewolken verwandeln. Emotionale Momente und Atmosphäre? Fehlanzeige. Hochtalentierte Mimen wie Julianne Moore (als Oberhexe im Maleficent-für-Arme-Modus) und Jeff Bridges (geradezu grotesk mit gequältem Unterbiss und Hamsterbacken) sagen lustlos ihre Oneliner auf, bevor die nächste Belanglosigkeit zum überdimen­sionierten CGI-Brimborium hochgestylt wird. Was für ein Krampf!

OT: Seventh Son, GB/USA 2014 R: Sergei Bodrov D: Ben Barnes, Julianne Moore, Jeff Bridges, Alicia Vikander L: 102 Minuten Verleih: Universal

Ab 5. März 2015 in 3D und 2D im Kino

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Fazit

Angeödet aufspielende Stars schleppen sich durch eine immerhin sehr rasante Fantasy-Nichtigkeit ohne Chemie, Charme und Spannung

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