Stereo


Gutes Genre-Kino made in Germany? Geht! Das doppelbödige Spiel mit den Identitäten tritt den Beweis an

Erik (Vogel) betreibt auf dem Land seine eigene kleine Motorradwerkstatt und hat eine neue Freundin, die er wirklich liebt. Zusammen mit deren kleiner Tochter kommen die drei dem Traum vom perfekten Familienglück ziemlich nah. Bis zwielichtiges fahrendes Volk aufkreuzt, von denen einer seltsamerweise behauptet, Erik von früher zu kennen und ihn zu kriminellen Machenschaften erpressen will. Der könnte ihm doch glatt mal den Buckel runterrutschen – wenn da nicht dieser nervige Kapuzentyp namens Henry wäre. Der klebt ihm bald quasi wie ein Geschwür am Hintern, um ihn mit seiner unverschämten Art zu nerven und zu dubiosen Dingen anzustiften.

Ein Genrefilm aus deutschen Landen? Da schrillen bei Filmfans gern die Alarmglocken – aber Entwarnung: „Schwerkraft“-Regisseur Maximilian Erlenwein hat‘s tatsächlich drauf, tänzelt in seinem finsteren Psychoreigen auf dem schmalen Grat zwischen heiler Idylle und brachialer Macho-Unterwelt, kurvt wild zwischen Traum, Trance und den vermeintlichen Realitäten hin und her, schwelgt in formvollendeten Noir-Bildern und zeigt mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu zwei Aushängeschilder des deutschen Films in ungebremster Spiellaune. Nur gegen Ende greift er etwas arg tief in die Ganoven-Schablonenkiste und tauscht die Raffinesse gegen blutige Over-the-Top-Brachialitäten ein.

OT: Stereo, D 2014 R: Maximilian Erlenwein D: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Petra Schmidt-Schaller FSK: 16 Jahre L: 90 Minuten Anbieter: Eurovideo

Ab 20. November 2014 auf DVD und Blu-ray

4

Fazit

Spannendes und handwerklich exzellent gemachtes Verwirrspiel, das sich mit seinem überzogenen Finale etwas seiner verstörenden Möglichkeiten beraubt

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