The Immigrant


Der amerikanische Traum führt zwei polnische Schwestern nach Amerika. Doch die Lage in New York wird schnell zum Alptraum. Joaquin Phoenix, Marion Cotillard und Jeremy Renner zeigen in dieser komplexen Liebesgeschichte starke Leistungen

Ellis Island 1921: ein Schiff voller Flüchtlinge fährt ein in den New Yorker Hafen, die Freiheitsstatue verheißt einen neuen Anfang. Wie Tausende andere polnische Immigranten versuchen Ewa (Marion Cotillard) und ihre Schwester Magda in den USA ihr Glück zu machen. Doch Magda darf nicht einreisen, als bei ihr Tuberkulose diagnostiziert wird und Ewa soll als alleinstehende mittellose Frau abgeschoben werden. Da erscheint Bruno Weiss (Joaquin Phoenix) und bietet scheinbar einen Ausweg. Sie soll als Schneiderin für sein Theater Bandits’ Roost arbeiten. Schnell stellt sich heraus, dass Bruno aber in Wahrheit will, dass sie als Animierdame für ihn arbeitet. Allein und verzweifelt fügt sie sich Brunos Wünschen und versucht als Prostituierte, das Schmiergeld für die Freilassung ihrer Schwester zu verdienen. Die schmale Cotillard verleiht ihrer gefallenen Frau Würde in würdelosen Verhältnissen, selbst wenn sie als gläubige Katholikin ihre tief verankerten Moralvorstellungen beiseite schieben muss. Doch die seelischen Verwerfungen dringen tief. Ein kleiner Lichtblick erscheint in ihrem trostlosen Leben, als sie den charmanten Magier Orlando (Jeremy Renner) kennen lernt – Brunos Cousin. Orlando interessiert sich für die scheue Einwanderin und ruft damit den Zorn des Vetters hervor, der sich gegen seinen Willen ebenfalls in Ewa verliebt hat.

Kamermann Darius Khondji, bekannt für seine Arbeiten mit Jean-Pierre Jeunet, Wong Kar-Wai und David Fincher, hüllt das prächtig ausgestattete, dialogstarke Drama in warme Sepiafarben und folgt seiner verzweifelten Protagonistin in ausdrucksstarken Großaufnahmen. Leider war dem Einwandererdrama des Regisseurs James Gray in Deutschland kein Kinostart vergönnt – schade, die wunderbar gefilmte und gespielte Geschichte hätte man gerne auf der gro­ßen Leinwand gesehen. Aber in Zeiten von bombastischen Comicverfilmungen allerorten haben es unspektakuläre Produktionen schwer, noch Aufmerksamkeit zu erlangen – trotz großartiger internationaler Besetzung, allen voran die sehr natürlich aufspielende Cotillard. Angenehm nuanciert legt auch Joaquin Phoenix seine Rolle an, der nach „The Yards“, „Helden der Nacht“ und „Two Lovers“ bereits zum vierten Mal mit Gray zusammenarbeit.

OT: The Immigrant, USA 2013 R: James Gray D: Marion Cotillard, Joaquin Phoenix, Jeremy Renner, Dagmara Dominczyk FSK: 12 Jahre L: 108 Minuten Anbieter: Universum (Wild Bunch)

Ab 28. Januar 2015 als DVD und Blu-ray

4

Fazit

Emotionales Epos, das seinen Darstellern viel Raum lässt, um in historischem Rahmen Schuld und Sühne nachzuspüren

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