When Animals Dream


Ein 16-jähriges pubertierendes Mädchen entdeckt erst ihre sexuellen und später ihre animalischen Triebe, was unerwartet blutige Folgen nach sich zieht

Der Alltag in einem kleinen kargen dänischen Küstenort ist für die 16-jährige Marie (starkes Debüt: Sonia Suhl) an Tristesse kaum zu überbieten. Gemeinsam mit ihrem Vater (Lars Mikkelsen) kümmert sich das Mädchen um ihre Mutter (Sonja Richter), die aufgrund einer mysteriösen Krankheit an den Rollstuhl gefesselt ist. Gleichzeitig fängt sie einen deprimierenden Job in der örtlichen Fischfabrik an, wo sie von Beginn an den Schikanen ihrer männlichen Kollegen ausgesetzt ist. Maries einziger Lichtblick ist Daniel (Jakob Oftebro). Zwischen den beiden Außenseitern entwickelt sich schnell eine zart aufkeimende Liebesbeziehung, doch das Glück währt nicht lange. Denn Marie leidet, ohne es zu wissen, an der gleichen Krankheit wie ihre Mutter. Bisher hat ihr Vater aus gutem Grund verheimlicht, worum es sich dabei genau handelt. Doch die Symptome zeigen sich immer deutlicher. Ein merkwürdiger Ausschlag befällt Maries Körper ebenso wie ein plötzlich auftretender starker Haarwuchs. Blutig-verstörende Albträume und eine gesteigerte Aggressivität sprechen eine weitere beunruhigende Sprache. Bald ist klar: In Marie verbirgt sich ein grauenvolles Geheimnis, das sich unaufhaltsam seinen Weg in die Freiheit bahnt.

Dem dänischen Regisseur Jonas Alexander Arnby ist mit seinem Langfilm-Debüt eine kleine Arthouse-Perle gelungen, die den ungewöhnlichen Spagat zwischen tiefgründiger Coming-of-Age-Geschichte und psychologisch ausgefeiltem Genrefilm nahezu mühelos meistert. Dabei erinnert die Leidensgeschichte der von Nachwuchsdarstellerin Sonia Suhl großartig verkörperten Protagonistin Marie stark an das artverwandte Vampir-Drama „So fins­ter die Nacht“ aus dem Jahr 2008. Allerdings fokussiert sich Maries dargestellte Entwicklung viel mehr auf den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens einer Außenseiterin in Kombination mit dem Erwachen weiblicher Sexualität in der Pubertät. Die subtile Verwandlung in ein Monster ist dabei sinnbildlich für den Verlust der Kindheit und der Angst vor der eigenen Andersartigkeit. Im Zusammenspiel mit der in eiskalten und melancholischen Bildern eingefangenen skandinavischen Atmosphäre entsteht so ein ebenso ungewöhnlicher wie faszinierender Film, der von der ersten Minute an gefangen nimmt.

OT: Når dyrene drømmer, DK 2014 R: Jonas Alexander Arnby D: Sonia Suhl, Lars Mikkelsen, Sonja Richter FSK: 16 Jahre L: 81 Minuten Anbieter: Prokino

Ab 8. Januar 2015 auf DVD und Blu-ray

4

Fazit

Subtil, sinnlich und spröde – stimmungsvoller, top gespielter Mix aus Coming-of-Age-Drama und Arthouse-Psycho-Horror, der viel Raum für Interpretationen lässt. Ein echter Geheimtipp für Aufgeschlossene!

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