Der große Rausch

Der Konsum von Rauschmitteln ist so alt wie die Menschheit selbst: Schon vor Tausenden von Jahren pfiffen sich die alten Chinesen, Ägypter, Mayas und Inkas Bewusstseinserweiterer wie Alkohol, Cannabis oder Pilze rein. Später kamen Opium und Morphium bzw. noch schlimmere Dinge wie Heroin, LSD, Crack, Kokain oder neue Designerdrogen à la Ecstacy und Crystal Meth hinzu. Kein Wunder also, dass Drogenkonsum auch in der Filmgeschichte einen wichtigen Platz einnimmt. BIG PICTURE wagt den Trip

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Gleich mal vorweg: Drogen sind nicht gut. Dieser Beitrag soll in keiner Weise deren Konsum beschönigen oder gar dazu ermutigen. Doch verhält es sich mit Drogenfilmen vermutlich ähnlich wie mit solchen, in denen Gewalt zelebriert wird: Wer wegen eines Drogenfilms Drogen konsumiert oder durch einen gewalttätigen Film gewalttätig wird, hat wohl von vornherein ein Problem. Doch genug der warnenden Worte – wir klingen ja fast schon wie ein Erwachsener aus dem Film „Reefer Madness“ von 1936, der seinerzeit der fehlgeleiteten Jugend und deren Eltern als ultimativer Aufklärungsfilm und warnender Zeigefinger dienen sollte, dabei aber eher lächerlich wirkte. Die grobe Handlung: Der Haschischkonsum einiger Jugendlicher endet in Vergewaltigung und Mord. Nur zwei Jahre nach seinem Entstehen erwarb Produzent Dwain Esper, ein reicher Bauunternehmer, die Rechte und schnitt den ursprünglich von einer kirchlichen Organisation finanzierten Streifen nach seiner schrägen Fasson zu einem Exploitation-Movie um. Andere Werke des Regisseurs, allesamt aus den 1930ern: „Narcotic“, „Sex Maniac“, „Mari­huana“, „Sex Madness“. Sex & Drugs (& Rock ‘n‘ Roll) waren also schon lange vor den wilden 60ern gefragt.

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