Filmland Australien

„Mad Max“ ist neben Crocodile Dundee DIE Verkörperung Australiens in der Welt

„Mad Max“ ist neben Crocodile Dundee DIE Verkörperung Australiens in der Welt

DIE ERSTEN STARS

Bis in die frühen Siebziger blieb der Kontinent ein weißer Fleck auf der Kino-Landkarte. Kaum ein Film aus „Down Under“ schaffte es in dieser Zeit über die Landesgrenzen hinaus, kaum einen Titel kennt man. Ausnahmen sind das Seeräuber-Abenteuer „Der Schatz der Korsaren“ (1954) und das Outback-Epos „Der endlose Horizont“ (1960) mit Robert Mitchum. Berühmt wurden lediglich eine Handvoll Schauspieler, die allerdings in Hollywood Karriere machten. Vorreiter war der schneidige Errol ­Flynn. Peter Finch gewann als erster Australier einen Oscar, 1977 für seine Hauptrolle in „Network“ – allerdings war er kurz zuvor verstorben. Rod Taylor kennt man aus Hitchcocks „Die Vögel“. Und die Karriere von George Lazenby steht symptomatisch für das darbende australische Kino seiner Zeit: Er war 1969 der einzige Schauspieler, der  nach nur einem Auftritt als James Bond in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ die Produktion im Streit verließ.

 

Mitreißendes Aborigine-Drama: „Long Walk Home“

Mitreißendes Aborigine-Drama: „Long Walk Home“

DAS KINO ERWACHT

Dass die Australische Neue Welle doch noch ins Rollen kam, hat die dortige Filmszene einem Politiker zu verdanken. John Gorton, von 1968 bis 1971 Premierminister des Landes, rief die Finanzierungsprogramme ins Leben, die Kreative schon lange gefordert hatten. Ab 1975 explodierte die Produktion förmlich. Filmemacher entdeckten die Kultur und vor allem die überwältigende Natur ihrer Heimat für eigenständige Arbeiten. „Picknick am Valentinstag“ (1975) von Peter Weir wurde nicht nur der erste internatio­nale Erfolg, sondern begründete auch gleich das typischste australische Filmgenre: den „outback gothic“. Weir stieg mit seinen Horrorfilmen und übersinnlichen Dramen zu einem der bekanntesten australischen Regisseure auf und machte später Karriere in Hollywood („Master & Commander“). Zu seinen australischen Meisterwerken zählen „Die letzte Flut“ (1977), der Richard Chamberlain zum Star machte, und das Kriegs-Epos „Gallipoli“ (1981), mit dem Mel Gibsons Karriere abhob. Ebenfalls zum „outback gothic“ gehören „Die Ballade von Jimmy Blacksmith“ (1978) von Fred Schipisi, der später in Hollywood Komödien und Thriller („Das Russland-Haus“) drehte. Und der unsterbliche Klassiker „Mad Max“ von George Miller (1979), der bis heute Sci-Fi-Filme und Computerspiele auf der ganzen Welt beeinflusst.  Nach einer Pause von 30 Jahren wird 2015 der vierte Teil „Mad Max: Fury Road“ in die Kinos kommen. Regie führt wieder Miller, die Hauptrolle übernimmt diesmal Tom Hardy anstelle von Mel Gibson.

Kommentar verfassen