Filmland Irland

Dauerbrenner-Thema IRA: "The Wind That Shakes The Barley"

Dauerbrenner-Thema IRA: “The Wind That Shakes The Barley”

HOLLYWOOD LIEBT DIE LANDSCHAFT

Auch in den folgenden Jahrzehnten dominierte der Blick von außen auf Irland. Hollywood-Epen wie „Der Sieger“ (1952) mit John Wayne, den Western-Regisseur John Ford, Sohn irischer Einwanderer, inszenierte. Oder „Ryans Tochter“ (1970) von David Lean. Auch der große John Huston, der von 1952 bis Anfang der Siebziger in Irland lebte und sogar die Staatsbürgerschaft annahm, ließ seinen letzten Film „Die Toten“ (1987) hier spielen. Das 1997 entstandene Emigranten-Epos „In einem fernen Land“ mit Tom Cruise und Nicole Kidman ist ein später Nachhall dieser manchmal etwas operettenhaften Filme.

 

Keltische Mythologie in einem wunderbaren, oscarnominierten Animationsfilm: "Das Geheimnis von Kells"

Keltische Mythologie in einem wunderbaren, oscarnominierten Animationsfilm: “Das Geheimnis von Kells”

ALLES AUF ANFANG

In den Siebziger Jahren setzten irische Filmemacher erstmals ernsthaft eigene Akzente. Ihre Werke wurden selten über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Aber Regisseure wie Bob Quinn, Pat Murphy und Joe Comerford malten endlich ein anderes Bild ihrer Heimat als die lediglich pittoresk-hübschen Landschafts-Dramen Hollywoods, die mit der Realität des harten Alltags wenig zu tun hatten. Sie verarbeiteten die Not in den Städten („Pigs“, 1984) und erstmals auch die negativen Einflüsse der katholischen Kirche („Our Boys“, 1980). Diese Periode war nur von kurzer Dauer, setzte aber Ton und Themen, auf die spätere Nachfolger zurückgreifen konnten.

Elementar für die Entwicklung einer eigenen heimischen Filmkultur war die Schaffung des Irish Film Board, einer Institution, die irische Regisseure organisatorisch und vor allem finanziell unterstützte. Sie existierte schon zwischen 1982 und 1987, wurde aber Opfer von Sparmaßnahmen der Regierung. Mit der Neuauflage ab 1993 nahm das irische Filmwunder dann endlich seinen Lauf.

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